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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.

ARTHROPATHIEN
chronische Arthropathien

Der Begriff "Arthropathien" setzt sich aus den Wortteilen "Athro" (= Gelenk) und "pathien" (= Mehrzahl von Leiden, Schaden oder Kran kheit) zusammen.

Arthropathien sind also Gelenkerkrankungen mit sekundär (= nachfolgenden) entzündlichen und nichtentzündlichen Vorgängen, hauptsächlich den Knorpel und die Membrana Synovialis (= die Innenhaut der Gelenkkapsel) betreffend.

Man unterscheidet (chronische) Ar thropathien nach ihren Ursachen:
(modif. nach Roche)

  1. Metabolische (= stoffwechselbedingte) Ar thropathien infolge
    a) Hyperurikämie (= erhöhter Harnsäuregehalt des Blutes), es kommt zur Arthritis urica (Gelenkgicht)
    b)
    Xanthomatose (= kleine, gutartige Tumore bei Fettstoffwechselstörungen), hpts. Ellenbogen -, Kniegelenk e
    c)
    Chondrokalzinose (= relativ seltene Kran kheit mit Verkalkungen des Gelenkknorpels)
    d)
    Hämochromatose (= Eisenspeicherkrankheit infolge Eisenüberladung des Organismus, auch der Gelen ke)

  2. Endokrine (= durch Funktionsstörung von Drüsen verursachte) Arthropathien infolge
    a)
    Hypothyreose (= Unterfunktion bis hin zu Funktionsausfall der Schilddrüse)
    b) Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit)

  3. Koagulopathische (= durch eine Störung der Blutgerinnung hervorgerufene) Arthropathieninfolge
    Einblutung ins Gelen k

  4. Hämatologisch (= aufgrund von Blutkrankheiten) bedingte Ar thropathien infolge
    a)
    Leukosen (= bösartige Umwandlung/ Entartung blutbildender Zellen)
    b)
    Sichelzellanämie (= Blutarmut mit Bildung von sog. Sichelzellen bei krankhaft verändertem Blutfarbstoff)

  5. Neurologisch (= Nerven system-) bedingte Ar thropathien
    a)
    Syringomyelie (= eine Erkrankung des Rücken marks)
    b)
    Lepra (= eine schleichend beginnende, tropische und subtropische ansteckende Kran kheit)

  6. Degenerativ (= die Abnutzung betreffende) bedingte Ar thropathien, hpts. Arthrose

  7. Rheumatisch bedingte Arthropathien, z.B. die rheumatoide Arthritis

  8. Infektiös bedingte Ar thropathien: a) z.B. direkte infektiöse Arthritis (= Gelenkentzündung), meist bakteriell, seltener vi ral und b) reakt ive (infek treaktive) Gelenkentzündungen

Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin schmerzhafte Arthropathien, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Länger bestehende Ar thropathien erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei schmerzhaften Arthropathien sind dies:

  1. Information über die Erkrankung

  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)

  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. auch rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter

  4. Akupunktur

  5. Krankengymnastik und andere Anwendungen zum Erhalt der Gelenkfunktion bzw. -verbesserung

  6. Evtl. Magnetfeldtherapie

  7. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden) und / oder auch Hochtontherapie


Medikamentöse Schmerzbehandlung:

Akut (= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Treten begleitend schmerzhafte Muskelverspannungen auf, können darüber hinaus auch Muskel relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin) (= im Gehirn bzw. Rücken mark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar.

Bei schmerzhaften Arthropathien hat sich insbesondere die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) sehr bewährt, und zwar in Form von kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen z.B. entzündliche Prozesse sicher ab. Hinzu kommt die überaus wichtige Tatsache, daß bei einer verbesserten, lokalen (= örtlichen) Durchblutung auch spezifische Medikamente (im Falle der in fektiösen Arthritis Antibiotika, evtl. antivi rale Substanzen oder auch Antimykotica (= Mittel gegen Pilze)) viel besser und effektiver wirken können. Eine gute Durchblutung wirkt auch degenerativen (= abnutzungsbedingten) Prozessen nachhaltig entgegen.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkel nerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leisten bandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nerven scheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : Kniegelenk und z.T. oberes Sprunggelenk

  2. Gegen Schmerzen im Hüftgelenk kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. ischiadicus (Ischias): Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesäß, den Ischias nerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche: Gelen
    ke im Fußbereich
  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Oberarm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: El
    len bogen- und Handgelenk e (auch Finger), in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären Zugang auch das Schultergelenk.

Wenn chronische Schmerzen aufgrund von Arthropathien längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Ergänzende Dateien:
Gelenkschmerz
Knieschmerzen
Hüftgelenkschmerzen
Schultergelenkschmerzen

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation, weil damit die betroffenen Patienten oftmals überhaupt erst in einen rehabilitationsfähigen Zustand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Wußten Sie schon, daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können? - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st (einfach anklicken)

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