SCHMERZPRAXIS
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ARTHRITIS
weitere Suchbegriffe: chronische, paraneoplastische Arthritis

Was ist Arthritis?

Arthritis ist eine Sammelbezeichnung für Gelen kerkrankungen, die durch eine En tzündung der Gelenk flächen verursacht werden. Die En tzündung kann ein Gelenk (Monarthritis), wenige Gelenke (Oligoarthritis) oder fast alle Gelen ke (Polyarthritis) betreffen.

Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer Arthritis sind meist Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und/oder Bewegung seinschränkung des betroffenen Gelenkes. Seltener kann es auch zu einer Rötung (v. a. akute Formen), Gelenkerguß (= Flüssigkeit im Gelen k) oder zu einem Gelenkempyem (= Eiteransammlung im Gelenk) kommen. Im Verlauf chronische r Arthritiden (= über einen längeren Zeitraum bestehende Gelenkentzündungen) sind die Spätfolgen meist ein Funktionsverlust des Gelen kes mit Destruk tionen (= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen (= die Geometrie des Gelenkes wird verändert), Kontrakturen (= Verkürzungen bestimmter das Gelen k umgebender Weichteilstrukturen, die zu einer Bewegungseinschränkung des Gelen kes führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifung) (nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de). Auch die Arthrose ist eine Spätfolge der Arthritis.

Verschiedene Formen der Arthritis:

Wie im ersten Absatz schon erwähnt, ist der Begriff "Arthritis" eine Sam melbezeichnung für verschiedene Gelenkerkrankungen. Eine Arthritis kann deshalb sehr viele verschiedene Ursachen haben, im folgendem Absatz soll kurz auf die in Deutschland wichtigsten Formen eingegangen werden:

Die häufigste Form der Arthritis in Deutschland ist die rheumatoide Arthritis (pri mär chronische Pol yarthritis), ca. 0,5% bis 1% der Gesamtbevölkerung in Deutschland leiden an dieser Krankheit. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Häufigkeit der Erkrankung zu, Frauen sind ca. 3 mal häufiger betroffen als Männer. Die r heu matoide Arthritis beginnt am häufigsten ab dem 35. bis zum 45. und über dem 60. Lebensjahr.
Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche, oft in Schüben verlaufende Erkrankung des Binde-, Stütz- und Muskel gewebes mit Hauptmanifestation
(= am meisten betroffen) an der Gelenkinnenhaut und an gelenknahen Strukturen (z.B. Schleimbeutel).
Die Ursache der rheuma
toiden Arthritis ist noch nicht vollständig geklärt. Nachgewiesen ist eine genetische Disposition (= vererbliche Veranlagung), allerdings müssen auch bestimmte auslösende Faktoren vorhanden sein, beispielsweise v irale Infekte (= durch Viren übertragene, ansteckende Erkrankungen), metabolische Störungen (= Stoffwechselst örungen), endokrine Störungen (= Störungen des Hormonsystems), auch nervöse Einflüsse können eine Rolle spielen. Daraufhin entwickelt sich eine Autoimmunreaktion (= eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems gegen den eigenen Körper). Eine rheumatoid e Arthritis kann sich in u nspezifischen Allgemeinsymptomen wie Abgesch lagenheit, Gelenkschmerz in Ruhe, bei Druck oder unter Belastung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder gelegentlich erhöhter Temperatur äußern. Spezifischere Symptome sind u. a. Morgensteifigkeit der Gelen ke, Schwellungen vor allem der Hand -, Finger grund- und –mittelgelenke, sowie verschiebliche, weiche Rheumaknötchen unter der Haut, meist an der Streckseite der Gelenk e. Im Spätstadium zeigt sich oft eine starke Deformation (= Verformung, Fehlstellung) und Destruktion (= Zerstörung) der Gelen ke. Auch können (seltener) innere Organe, aber auch die Augen befallen werden.
Neben der Anamneseerhebung (auch Schmerzanamnese)
(= Erörtern der Krankheitsvorgeschichte) spielen bei der Diagnose der rheu matoide n Arthritis verschiedene bildgebende Verfahren wie das Röntgen eine Rolle. Bei ca. 70-80% der Rheuma patienten läßt sich ein so genannter Rheumafaktor nachweisen. Hierbei handelt es sich um Antikörper, die gegen körpereigene An tikörper gerichtet sind. Allerdings gibt es durchaus Rheumapatienten, bei denen dieser Rheumafaktor nicht nachweisbar ist. Andere Verfahren wie Compu tertomographie, Ker nspintomographie, Szin tigraphie spielen eine eher untergeordnete Rolle bei der Diagnose der rheu matoide n Arthritis.
Eine kausale
(= auf die Ursache gerichtete) Therapie der rheu matoide n Arthritis ist bisher nicht möglich, die Symptome (= Krankheitszeichen) lassen sich aber bei frühzeitiger und adäquater Therapie gut beherrschen. Die symptomatische (= nur auf die Krankheitszeichen gerichtete) Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika stellt einen wichtigen Ansatz dar. Diese Med ikamente, wie Diclofenac, Ibuprofen oder Indometacin, hemmen die Freisetzung von körpereigenen Entzündungsbotenstoffen und mindern so die Schmerzen. Besonders magenschonend sind in dieser Gruppe die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etor icoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Oft sind diese Medikamente allerdings nicht ausreichend, zusätzlich müssen sogenannte Basistherapeutika verschrieben werden. Goldpräparate (Tauredon®), Methotrexat (MTX®), Sulfasalazin (Azulfidine-RA®), Chloroquin (Resochin®), D-Penicillamin (Metalcaptase®), Leflunomid (Arava®) oder Azathioprin (Imurek®) sind verschiedene Medikamente aus dieser Gruppe. Die Wirkung tritt erst nach einigen Monaten ein, wegen verschiedener Nebenwirkungen sind regelmäßige Blutbildkontrollen von Nöten. Die Medikamente müssen über längere Zeit, oft sogar auf Dauer, eingenommen werden. Die Gabe von Kortisonpräparaten ist ebenfalls eine sehr wirkungsvolle Therapie, die wegen der verschiedenen Nebenwirkungen (Osteoporose, Gewichtszunahme, hormonelle Störungen u.a.) aber meist auf die Phasen des akuten Krankheitsschubes begrenzt wird.
Ein wirksames Medikament gegen die rheuma
toide Arhtritis ist auch Adalimumab (HUMIRA®) - Produktinformation: www.presseportal.de/story.htx?nr=712782

Weitere Therapieansätze bietet die physikalische Therapie: Kältean wendungen, vorsichtige kran kengymnastische Mobilisation, Ergotherapie, Elektrotherapie und Bewegungsbäder sind nur einige der sehr umfangreichen Möglichkeiten.

In schweren Fällen wird auch die intraart ikuläre (= ins Gelen k hinein) Injektion von Kortisonpräparaten oder auch radioaktiven Substanzen zur Hemmung der En tzündung angewendet. Hilfreich ist auch eine spezielle Schmerztherapie in Form von kontinuierlichen Nerven- und Leitungsblockaden (siehe unten).
Als letztes Mittel stehen auch verschiedene operative Verfahren wie die Synovektomie
(= operative Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut), Korrekturoperationen (= Wiederherstellen der zerstörten Gelenkgeometrie), der künstliche Gelenkersatz oder Gelenkversteifungen zur Verfügung (nach Rössler/Rüther; Orthopädie; Urban&Fischer Verlag, sowie Greten/Schettler; Innere Medizin; Thieme Verlag).

Die infektiöse Arthritis ist eine andere Form der Arthritis, sie wird durch eine Infektion (= Ansteckung, Übertragung) mit Bakterien, seltener mit Viren, ausgelöst. Die bakteriell in fekt iöse Arthritis wird auch eitrige Arthritis genannt. Sie tritt meist sehr plötzlich mit allen Symptomen (= Krankheitszeichen) einer akuten Gelenkentzündung auf. Der Patient hat meist Fieber, das Gelen k ist geschwollen, überwärmt, evtl. gerötet, die Beweglichkeit ist oft eingeschränkt und schmerzhaft. Eine Ursache ist die Übertragung der bakteriellen Erreger auf dem Blutweg. Von einem Streuherd (Mittelohrentzündung, Furunkel, Angina, Katheterspitze, usw.) ausgehend dringen die Keime in das Gelen k ein und verursachen so die En tzündung. Eine andere Ursache kann der Einbruch ins Gelen k einer in der Nachbarschaft ablaufenden En tzündung sein, z.B. bei einer Osteomyelitis (= Knochenmarkentzündung) oder einer Phlegmone (= eit rige En tzündung in Weichteilgewebe). Allerdings kann auch eine direkte Keimeinschleppung ins Gelen k erfolgen, z.B. bei Verletzungen, bei Injektionen ins Gelen k oder auch bei Operationen. Therapeutisch muß der Streuherd saniert werden, d.h. der Ursprung der Keime muß entdeckt und behandelt werden. Meist geschieht das mit Antibiotika. Die Gelenkschmerzen können mit nichtsteriodalen Antiphlogistika (Entzündungshemmern) wie z.B. Diclofenac behandelt werden.

Eine vi rusbedingte Arthritis ist insgesamt sehr selten und dann hauptsächlich auf den Erreger der Ringelröteln (Parvovirus B19) zurückzuführen. Betroffen sind vor allem junge Frauen, häufiger wird dann die (falsche) Diagnose "chronische Polyarthritis" gestellt. Der Virusnachweis gelingt über die Polymerase-Ketten-Reaktion aus peripheren Leukozyten (= weiße Blutkörperchen).
Auch das Rötelnvirus kann zu einer Arthritis führen. Interessanterweise auch alleine schon durch Impfung im Erwachsenenalter. Des weiteren wäre noch das Hepatitis-C-Virus (HCV) zu nennen.

Die reaktive Arthritis ist eine Form der Arthritis, bei der keine Erreger im Gelen k nachweisbar sind, werden die Gelenksentzündungen durch eine Immunreaktion des Körpers auf eine außerhalb des Gelenkes gelegene Infektion (= Ansteckung, Übertragung) ausgelöst. Manche Autoren sprechen deshalb auch von einer i nfektreak tive n Arthritis. Wichtig für die Diagnosestellung ist eine genaue Erhebung der in den Wochen vor der Arthritis durchgemachten Infektionskrankheiten, wie grippale Infekte (= Ansteckungen, Übertragungen), Durchfallerkrankungen u.ä..
Die wohl bekannteste reakt
ive Arthritis ist die durch Zec ken übertragene Lyme Krankheit. Sie wird durch Borrel ien verursacht (deshalb auch der Begriff Borreliose), die beim Zeckenstich bzw. Zeckenbiß in die menschliche Blutbahn gelangen. Nach 4-18 Tagen zeigt sich (nicht immer!) das so genannte Eryt hema chronicum mig rans, eine kreisförmige Rötung um den Zeckenbiß herum, die an Größe zunimmt. Daneben treten Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen sowie Gelenkschmerzen auf. Die Diagnose erfolgt über Antikörper im Blut (erst 3 Wochen nach Zeckenstich möglich), allerdings muß schon bei Verdacht auf Lyme-Borreliose mit Antibiotika behandelt werden. Unbehandelt kann die Krankheit im Spätstadium schwere Schäden der Gelen ke, des Nervensystems und des Herzens hervorrufen. Es sei an dieser Stelle aber nicht verschwiegen, daß die Aussage, bei der Lyme-Arthritis handle es sich um eine reak tive und damit nicht um eine direkte infektiöse Arthritis, kontrovers diskutiert wird. Tatsächlich gelingt es nämlich, aus dem Gelenkpunktat Borrel ien anzuzüchten, allerdings dauert dieser Vorgang mehrere Monate, so daß diese Methode zur Nachweisführung nicht geeignet ist. Bei Verdacht auf eine Borreliose wird deshalb auf Antikörper getestet.

Eine weitere Form der reakt
iven Arthritis ist das r heumatische Fieber, eine Folgeerkrankung nach einem Infekt (= Ansteckung, Übertragung) mit Streptokokken, die mit Fieber, Gelenksentzündung, aber auch Herzbeteiligung oder Hautsymptomen einhergeht. Sie läßt sich über einen im Blut nachweisbaren Antikörper bestätigen (Anti-Streptolysin) und wird mit Antibiotika therapiert.

Bei der ind irekten, postinfek tiösen Arthritis kann zwar ein Antigen nachgewiesen werden, der Erreger selbst ist aber nur inkonstant nachweisbar, gleiches gilt für eine lokale (=örtliche) Vermehrung. Diese Arthritis-Form findet sich bei Syphilis, nach Virushepatitis (= virusbedingte Leberentzündung) und Enteritis (= En tzündung der Darm wand, meist mit Durchfall einhergehend), hervorgerufen durch den Erreger Yersinia entercolitica.

Die Psoriasis-Arthritis ist eine Form der Gelenken tzündung, die in Zusammenhang mit der Psor iasis (Schuppenflechtenarthritis) auftritt. Sie verläuft chronisch, kann eines oder auch mehrere Gelen ke betreffen und ähnelt im Verlauf der rheu matoide n Arthritis. Typisch ist der asymmetrische Befall der Gelen ke, an den Fingern sind oft alle 3 Gelen ke betroffen (so genannte „Wurstfinger“). Die Haut über den betroffenen Gelen ken ist oft verfärbt, es können auch die Kreuzdarmbeinfugen, die Wirbelgelen ke oder andere Gelen ke betroffen sein. Die Therapie der Arthritis psoriatica ähnelt der Therapie der rheu matoide n Arthritis.
Ein wirksames Medikament gegen die Psorias
is-Arhtritis ist auch Adalimumab (HUMIRA®) - Produktinformation: www.presseportal.de/story.htx?nr=712782

Die Gicht-Arthritis (Arthritis urica) ist eine weitere Art einer Gelenkerkrankung bzw. Gelenkentzündung, die durch die Ablagerung von Urat-Kristallen (Harnsäurekristalle) in den Gelen ken ausgelöst wird. Man unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Form. Die primäre Form ist erblich, entweder liegt eine vermehrte Bildung oder eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure vor. Die sekundäre Gich t entsteht durch ein endogenes (= vom Körper selbst verursachtes) oder exogenes (= von außen zugeführtes) Überangebot an Purinen, den Stoffen, deren Abbauprodukt die Harnsäure ist. Ab einer bestimmten Konzentration im Blut fällt die Harnsäure aus, es kommt zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelen ken. Das erste Gelen k, an dem eine Gich t auftritt, ist fast immer das Groß zehen grundgelen k. Die Erstmanifestation (= erstes Krankheitszeichen) erfolgt oft nach einer sehr umfangreichen Mahlzeit oder nach erhöhtem Alkoholkonsum, aber auch nach einem Infekt (= Ansteckung, Übertragung), Trauma (= Verletzung) oder Streßsituationen. Meist tritt der Schmerz nachts auf und kann über Stunden, Tage oder Wochen andauern. Es kommt oft zur Bildung von Gich ttophi (= Gichtknoten), in denen die Urat-Kristalle angehäuft sind, meist findet man sie im Ohr knorpel oder am Großzehengrundgelen k.
Die Diagnose erfolgt über die Beschreibung der Art und Lokalisation der Schmerzen, der Untersuchung der Gelen
ke, der Bestimmung des Harnsäurespiegels im Blut (über 7 mg% bei Männern, 6 mg% bei Frauen) und über Röntgen-Aufnahmen. Die Therapie muß auf verschiedenen Wegen angegangen werden. Zuerst ist eine purinarme Diät sowie Alkoholkarenz (= Verzicht) wichtig. Als Basistherapie werden Medikamente verwendet, welche die Harnsäuresynthese im Körper hemmen (Urikostatika, z.B. Allopurinol), aber auch Medikamente, welche die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere erhöhen (Urikosurika, z.B. Benzbromaron). Im akuten Gich tanfall wird sowohl mit nichtsteroidalen Antiphlogistika als auch mit dem Entzündungshemmer Colchizin behandelt (nach Rössler/Rüther; Orthopädie; Urban&Fischer Verlag).

Die so genannte allergische Arthritis entsteht meist au fgrund einer Un verträglichkeitsreaktion, m eist gegenüber Med ikamenten. Hiervon sind vor allem Jugendliche betroffen, oft ist das Kniegelenk befallen.

Auch verschiedene Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion können mit einer Arthritis einhergehen. Wechselbeziehungen bestehen zwischen Gelenkverschleiß (Arthrose) und Arthritis.

Dann gibt es noch die sog. paraneoplastische Arthritis, als Folge bzw. im Gefolge einer Tumorerkrankung. Im weitesten Sinne handelt es sich hierbei eigentlich auch um eine reaktive Arthritis (tumorreaktive Arthritis). Gar nicht so selten treten die Symptome (= Krankheitszeichen) der Arthritis sogar zuerst auf. Die Gefahr, daß der Tumor (zunächst) übersehen wird, ist natürlich groß.
An eine paraneoplastische Arthritis muß besonders bei folgenden Tumor-Formen gedacht werden:

Der Vollständigkeit halber müssen auch die verschiedenen Formen der chronisch juvenilen (= jugendlichen) Arthritis erwähnt werden. Da diese Arthritis-Form in der Schmerztherapie nur eine untergeordnete Rolle spielt, beschränken wir uns auf die Weiterleitung zu einer hierfür kompetenten Internetseite, klicken Sie dazu hier: http://www.arthritis.ch/dt/ra/disease/juvenile.html

Spezielle Schmerztherapie:

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei Arthritis leider nicht selten und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sehr bewährt hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanaesthetika), insbeson dere in Form von kon tinuierlichen Nervenblockaden m ittels eingepflanz tem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Sympathikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab. Hinzu kommt die überaus wichtige Tatsache, daß bei einer verbesserten, lokalen (= örtlichen) Durchblutung auch spezifische Medikamente (im Falle der in fektiösen Arthritis Antibiotika, evtl. antivi rale Substanzen oder auch Antimykotica (= Mittel gegen Pilze)) viel besser und effektiver wirken können.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch en tzündungshemmend wirken, ist zw ischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber er fahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkel nerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenban des mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : Kniegelenkschmerzen und teilweise Sprunggelenkschmerzen
  2. Gegen Schmerzen im Hüftgelenk kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.
  3. N. isch iadicus (Ischias -Nerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesäß, den Isch ias nerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdün nte, örtliche Betäubungsmittel lösung eingespritzt. Je nach Wirkstoff konzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Ner ven zu einer Verminderung der Schmerz empfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreih eit.
    Anwendungsbereiche: Fußgelenkschmerzen
  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Ober arm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. inters kalenäre Zugang).
    Anwend ungsbereiche: Ellbogenschmerzen und Handgelenkschmerz, au ch Fingerschmerzen, in der sog. ret rograd hohen Variante oder beim interskalen ären
    (= zwischen zwei Mus kel ansätzen im unteren, seitlichen Hals bereich) Zugang auch Schultergelenkschmerzen.

Hier gelangen Sie zu den einzelnen, ausführlicher dargestellten Arthritis-Formen:

Psori asis Arthritis, Ly me-Arthritis, Arthritis u rica, infektiöse Arthritis, eitrige Arthritis, infektreaktive Arthritis, virale Arthritis, rheumatoide Arthritis, Monoarthritis, Arthritis psoriatica

Die Methoden der mod ernen Schmerz therapie bieten auch opt imale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitat ion, weil damit die betrof fenen Patienten oftmals über haupt erst in einen rehabil itationsfähigen Zus tand gebracht werden können. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.
Ein Recht, die Reha-Klinik selbst auszuwählen (gilt auch für Anschlußheilbehandlung en), haben nach §9 Sozialgesetzbuch IX nicht nur Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen, sondern Versicherte aller gesetzlichen Rehabilitationsträger, also auch Rentenversicherungen oder Unfallversicherungen. Die deutsche Gesellschaft für medizinische Rehabilitation hat dazu eine informative Broschüre herausgegeben: hier klicken.

Die Schmerzpraxis ist auch für die Schmerzklinik am Arkauwald tätig

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

Teilweise übernehmen auch Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften die Kosten. Zu weiteren Informationen (Behandlungsformen, Beantragung der Kostenübernahme bei den verschiedenen Kostenträgern, Schmerzambulanz usw.) gelangen Sie hier: http://www.schmerz.com/konzept-und-kostentraeger (einfach anklicken).

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Aktualisiert:>22.09.2009</> a&bl90-
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